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Bayernliga Nord/Ost 3. Wettkampftag: Tabelle:
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Effeltrich bezwingt Spitzenreiter Kastl Die Effeltricher Sportschützen mussten zwar Federn lassen gegen die Konkurrenten aus Geroldsgrün, aber punkteten gegen den Tabellenführer und Regionalligaabsteiger Kastl.
Viel Spannung und einige Überraschungen prägten den dritten Wettkampftag in der Bayernliga der Sportschützen. Das Effeltricher Team, zu Gast in Saltendorf, musste gleich in der ersten Begegnung gegen Geroldsgrün eine bittere Niederlage hinnehmen. Bitter deswegen, weil es gleich auf zwei Positionen um nur einen Ring ging und weil die Mannschaft auf Stephanie Friedel verzichten musste, die wegen einer beruflichen Fortbildung verhindert war. Die Nummer fünf von Effeltrich, Christian Wolf, fand nur schwer in den Kampf und konnte mit seinen 375 Ringen nicht zufrieden sein. Dennoch holte er seinen Punkt gegen Dominic Lang, der mit 355 Ringen einen „Totalausfall“ hatte. Wolfgang Grau hatte es auf Position vier mit Joachim Ultsch zu tun und man war sich auch schon im Abschlusstraining einig, dass dieser nicht zu unterschätzen sei. „Wir kennen „Ultschi“ seit Jahren und wissen, dass er sehr unberechenbar mal 375 oder aber auch ohne Ansage 388 schießen kann. Die Partie war von vornherein völlig offen“ , so Wolfgang Grau. Und er behielt recht. Ultsch legt 390 Ringe vor, die für Grau an diesem Tag nicht einholbar waren. Der Punkt ging an Geroldsgrün. Youngster Andreas Geuther, der seit den letzten Trainingseinheiten deutliche Technikverbesserungen erarbeitet hatte, kam endlich auf Touren und dominierte auf Pos. 3 mit 389 Ringen gegen Michaela Fumy (383). Bei Stefan Düsel lief es im Vergleich zu dem zuletzt schwächeren Kampf in Effeltrich wieder gut, verlor aber am Ende mit nur einem Ring 388:389 gegen Joachim Matthes. Er selbst dokumentierte seinen Kampf so, dass er einige extrem schlechte Neuner dabei hatte, die einfach nicht hätten sein müssen. Ansonsten war er mit 4x97 Ringen genau auf seinem derzeitigen Leistungslevel. Evi Kupfer hatte auf Position 1 den härtesten Brocken mit Gegner Lorenz Gluth. Dieser legte unheimlich schnell vor und schloß mit 391 Ringen ab. Evi Kupfer, die mit Mannschaftsführer Stefan Düsel vorher noch besprochen hatte, dass sie den Kampf mit Ruhe und Zeit kontrollieren soll, hatte Pech, denn sie schoß am Ende mit zweimal 9,9 aus und war mit 390 Ringen auch nur um einen Ring unterlegen. „Heute habe ich es verbockt“, beichtete sie ihren Mannschaftskollegen nach dem Kampf, und war sichtlich unzufrieden. Die Partie, die wie immer eine Wackelpartie war, ging mit 3:2 sehr knapp an Geroldsgrün.
Fast ohne Pause mussten die Effeltricher dann gleich wieder gegen den Tabellenführer Kastl ran. Die Kastler, die noch im Vorjahr in der Regionalliga (2. Bundesliga) waren, hatten bisher noch keinen Kampf verloren und waren auch am Morgen schon gegen Saltendorf mit 3:2 erfolgreich. Die Ansage durch Mannschaftsführer Düsel in der Vorbereitungzeit war eindeutig: „Wir werden die Niederlage von heute morgen wegstecken und lassen uns nicht vom Weg abbringen. Wir werden „aggressiv“ und konzentriert in die Kämpfe gehen und uns nicht verstecken und wir werden dagegen halten, so gut es geht!“ Am Ende sollte sich diese Ansage bezahlt machen. Christian Wolf und Wolfgang Grau konnten beide etwas zulegen, waren aber dennoch mit 379:390 und 384:390 gegen die superstarke Hintermannschaft von Kastl deutlich unterlegen. „Das ist natürlich ein Hammer, wenn Position 4 und 5 einer Mannschaft 390 schießen können“, gab Christian Wolf nach dem Kampf respektvoll zu, „denn mit diesen zwei sicheren Punkten kann man eigentlich gar nicht mehr verlieren. Doch - man kann! Und dies war die zweite Überraschung des Tages. Das Effeltricher Top-Trio Evi Kupfer, Stefan Düsel und Andreas Geuther lief zu Bestform auf und holte alle Punkte auf Position 1 bis 3. Andreas Geuther bewies mit 99, 98, 98 und 97 (Gesamt 392) was in ihm steckt und holte den ersten Punkt für Effeltrich. Auch auf Stefan Düsel konnte sich das Team verlassen, denn er bezwang seine Gegnerin mit 389:383 Ringen. Evi Kupfer sorgte erst mal für einige Schreckminuten, denn nach ihrer ersten 97er Serie folgte eine etwas schlechtere 95er und es sah so aus, als würde ihre Form zerbröseln. Sie verließ ihren Schützenstand und ging zu ihrem Mannschaftskameraden und Mannschaftsführer Stefan Düsel und bat ihn aus dem Stand, um ihr zu helfen. Dieser unterbrach seinen Kampf beim 31. Schuß und machte sich mit Evi auf in die Kabine um die Probleme zu beheben, die sie im Anschlag hatte. Viele Zuschauer und auch andere Schützen waren entsetzt und konnten gar nicht begreifen, warum sie das gemacht hatte, wo doch Düsel so gut in seinem Wettkampf lag. Nach einigen klaren Anweisungen durch Düsel kam Evi wieder an den Stand zurück und ging die Problembehebung an. Sie konterte mit der „Höchststrafe“ für den Gegner und setzte ihren Kampf mit einer astreinen 100er Serie fort. Darauf kam noch eine 98er und der Kampf war mit 390:387 gewonnen. „Evi hat das einzig richtige gemacht“, so Stefan Düsel. „Was für andere von Außen völlig unverständlich wirkte, war für uns eine ganz klar abgesprochene Sache. Schon seit Saisonbeginn habe ich jedem Schützen nahe gelegt, dass er deutlich signalisieren soll, wenn es große Probleme im Kampf gibt, auch, dass sie mich ruhig unterbrechen dürfen, wenn’s drauf ankommt. Hätte Evi dies nicht gemacht, wäre ihr Ergebnis in den Keller gefallen. Sie hatte mir klar beschrieben, was bei den Serien passiert war. Daraufhin konnte ich ihr einen ganz wichtigen Punkt nennen, worauf sie achten muß. Sie hat das klasse umgesetzt und das war für den Siegpunkt sehr wichtig!“ „Das war ein klarer Arbeitssieg“, so das Schlusswort der Mannschaft in der anschließenden Mannschaftsbesprechung. Die Moral im Team stimmt, denn wie schon beim Herzschlagfinale des Heimkampfes in Effeltrich zeigte sich aus diesmal wieder, dass es sich immer lohnt, bis zum letzten Schuß zu kämpfen, um den wichtigen Siegpunkt einzufahren. Was sich am morgen nicht umsetzen ließ, war den Effeltrichern dafür am Nachmittag gelungen. Dass man dabei gerade den Topfavoriten Kastl bezwingen konnte, war die zweite Überraschung des Tages. Die dritte Überraschung folgte gleich darauf im Match zwischen Saltendorf und Geroldsgrün, denn Geroldgrün konnte dies völlig unerwartet im Stechen für sich entscheiden. Damit bleibt die Situation in der Tabelle wieder spannend. Kastl bleibt erster, gefolgt von Saltendorf, punktgleich mit Effeltrich, knapp dahinter Saal/Donau. Der nächste Wettkampftag findet wieder in Oberfranken statt. Am 30.11. gehts nach Geroldsgrün. Die Gegner lauten dann Löhlitz und Saal/Donau.
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